Nur mal eben auf die Schnelle, weil wenig Zeit:
Rabenvogel hat geschrieben:Wer genau ist Uncle Al? Ich habe meinen Weg ohne Literatur und Co. durch Erleben gefunden. Zwischenzeitlich habe ich zwar ein paar wenige Bücher über die Kelten gelesen aber das war es auch schon..
Uncle Al =
Aleister Crowley
Auch ein großer Praktiker...
Was das betrifft, nun ich lese sehr viel, komme bei meiner Ausrichtung auch nicht drum herum, weil mein Kopf doch immer zu gern wissen möchte, was mein Bauch da gerade so tut.
Rabenvogel hat geschrieben:Sicher da stimme ich Dir zu. Nur ist die Frage inwiefern die Menschen erkennen wann sie etwas magisches tun. Schau Dir das Beispiel christliche Kirche an. Man feiert zusammen Rituale (die zugegeben inzwischen wohl stark von ihren Wurzeln weg sind) und es stellt sich die Frage ob dabei magisches bewusst oder unbewusst gewirkt wird.
Oh, schön das du das mit der christlichen Kirche erwähnst, weil das ein gutes Beispiel dafür ist, dass es nicht immer notwendig ist, sich bewusst zu sein, dass man gerade ein magisches Ritual durchführt, um eine Wirkung zu erzielen. Dort ersetzt vielfach der Glaube den von mir angesprochene "Willen" bzw. ist der Kanal für denselben. Auch zeigt es, dass nicht nur ein Weg zum Ziel führt, sondern dieser individuell sehr verschieden sein kann.
Auch wissen einige durchaus um die Magick.
Einige der größten Mystiker und Magicker waren immerhin durchaus bibel- und glaubensfeste Christen.
Rabenvogel hat geschrieben:Nun wenn jemand versucht magisches bewusst zu erreichen wird er schon ein Ziel haben das er ansteuert. Klar ist da wohl der eine in seinen Vorgehen gerichteter als der andere.
Genau da bin ich mir nicht immer so sicher.
Wenn ich mal so darüber nachdenke, wieviele Anfragen nach Dämonenbeschwörung, Liebeszauber, magischer Einflussname auf das persönliche Befinden ich so allein in den letzten Monaten gelesen habe, denke ich mir, wenn diese Leute so allein auf das Geflecht losgelassen werden ohne dass sie auch nur einen blassen Dunst davonhaben, welche Folgen ihre Aktivitäten für sie (auch psychologisch) und andere haben könnten...da wird zum Teil mit Atombomben auf Spatzen geschossen! *grusel*
Rabenvogel hat geschrieben:Abgesehen davon muss man sich freilich fragen welche Einflussmöglichkeiten ein Mensch auf das Magische Geflecht (um bei dieser Begrifflichkeit zu bleiben) ausüben kann. Daran das ich ja geschrieben hatte das ich denke das darin mehrere Welten (frag mich nicht wie viele) eingebettet sind sieht man wie groß und umfassend ich es mir vorstelle. Es stellt sich also in meinen Augen die Frage inwieweit es von einen oder mehreren Menschen beeinflusst werden kann und ob es regulierende Faktoren gibt.
Im Ernst: der Möglichkeit zur Einflussnahme sind nur da Grenzen gesetzt, wo das Wissen endet. Um bei dem Bild des Geflechtes zu bleiben, wenn ich weiß, an welchem Faden ich ziehen muss um die gewünschte Reaktion zu erreichen dann werde ich das auch können. Grenzen sind nur dort gesetzt, wo man sich diese selbst setzt.
Was der eigenen Ethik widerspricht, wird nicht geschehen, denn dagegen spräche dann der Wille (wenn ich "Wille" sage, meine ich durchaus nicht das Wollen, sondern den Wahren Willen, mein inneres Selbst)
Rabenvogel hat geschrieben:Nun ich denke das Kinder einen sehr guten 'Kanal' in diese Richtung haben. Jedoch wird eben zumeist nach dem Motto 'Weil nicht sein darf was nicht sein kann' erzogen. Die ganzen Glaubensgeschichten werden dabei dann brav frei nach dem Motto 'Das ist Glauben und keine Magie' ausgeblendet.
Sicher kann man auch solchen Leuten wieder 'Das innere Auge' öffnen. Und die Menschen sind schon viel offener gegenüber derartigen als noch vor sagen wir zehn Jahren. So gesehen kann man diese Entwicklung nur begrüßen, leider geht sie mit einen schleichenden Verfall unserer Gesellschaft einher.
Grüße
Rabenvogel
Ohja, böse Falle...

...das würde mich jetzt wieder zu Horkheimers und Adornos
"Dialektik der Aufklärung" führen, was eher im Philosophie besser aufgehoben wäre. Jedenfalls kritisieren die beiden in dem Werk unter anderem, dass das
Zeitalter der Aufklärung den Menschen ihr notwendiges und durchaus legitimes Bedürfnis nach Mystik, Glauben und eben auch Magie zum größten Teil beraubt hätte zu Gunsten der reinen Vernunft.
Damit ich dich jetzt nicht zutexte, bis du wimmernd in der Ecke sitzt (

) nur so viel, dass ich denke, das genau der Hund begraben ist.
Wissenschaft und Mystik, Ratio und Sensio gehen wunderbar zusammen, ergänzen sich sogar hervorragend, so finde ich.
Den Verfall der Gesellschaft sehe ich jedoch nicht so kritisch, sehe auch keinen direkten Zusammenhang zur neu erwachten Spiritualität. (eher vielleicht in dem Sinne, weil alte Strukturen aufweichen und zerfallen, begeben sich einige auf die Suche, zu neuen Ufern, oder den alten Wurzeln). Klar steht zur Zeit nicht alles zum besten, aber immer, wenn etwas endet, beginnt auch wieder etwas neues. Braucht halt nur immer etwas Zeit.
Schönen Sonntag noch
lg
Crow