Es gibt ja immer wieder, nicht nur bei Neulingen im Bereich der Magick, die Problemstellung, dass man sich beim zelebrieren von Ritualen unwohl oder unsicher fühlt.
Hinzu kommt, dass ich über die Jahre hinweg immer wieder damit konfrontiert wurde, dass Leute einfach so ins kalte Wasser sprangen, oder mit einer gewissen Erwartungshaltung oder in einem Zustand an die Magick herangingen, wo bei mir teilweise wirklich äußerst unbehaglich wurde und ich am liebsten geschrien hätte, "Lass die Finger davon!"
Allerdings denke ich mir, man kann ja nicht jedem "Neuling" schlicht von der Magick abraten, nur weil etwas passieren könnte. Woher soll denn sonst der Nachwuchs kommen?
Außerdem habe ich auch irgendwann einfach mal gemacht (auch wenn da vorher schon ein Entwicklungsprozess stattgefunden hat.) Finger verbrannt habe ich mir auch einmal...und ich denke, das gehört irgendwie auch dazu. Man lernt eben am besten aus seinen Fehlern.
Nichtsdestotrotz sollte man den Grad, in dem man unter den Fehlern leidet, doch in Grenzen halten. Darum dieser Thread.
Zum Thema Angst vor Ritualen:
Angst, Unsicherheit und gesunder Respekt sind, meiner Meinung nach, drei Paar Schuhe.
Unsicherheit ist zu Anfang vollkommen normal. Dagegen hilft nur üben, üben, üben und, die Rituale, ob nun klassisch/oldschooled oder selbst kreiert so einfach wie möglich zu halten. (und ein Notenständer *g*).
Es bricht ja auch nicht gleich die Welt auseinander, wenn man sich mal verhaspelt, es kommt imo weniger auf die (fehlerfreien) Worte als auf den Absicht, die dahinter steckt.
Respekt sollte man immer haben, wenn man ein Ritual macht, weil wann eben immer eine Veränderung bewirkt, die innen wie außen wirkt. Man fummelt also einerseits im Universum herum, andererseits, und das ist noch wichtiger, auch in seiner Psyche. (wie innen so außen, wie oben so unten)
Angst ist aber was ganz anderes!
Hat man Angst vor Ritualen im allgemeinen, oder vor einem speziell, würde ich raten, davon erst einmal die Finger zu lassen.
Sie ist immer ein Zeichen dafür, dass da noch eine tief sitzende Baustelle abzuarbeiten ist. Da ist irgendwo im Unterbewusstsein noch eine Sperre, die sich dagegen sträubt, das Ritual durchzuführen. Und die muss man erst einmal für sich selber finden und auflösen.
Andererseits kann man sich nämlich selbst nicht unerheblichen Schaden zufügen, wenn der Kopf zwar sagt, "Ich will das jetzt aber machen!", aber die Psyche sich eben (noch) dagegen sträubt.
Das kann sich dann nur in einem schlechten Gewissen oder Gefühl äußern, aber auch zu Albträumen und echten psychologischen Problemen führen, wenn man es trotzdem macht.
Es zeichnet ja das Unterbewusstsein aus, dass es eben ein sehr freies Eigenleben hat und man darauf nicht ohne weiteres zugreifen kann.
Hier komme ich zum Topic, der sogenannten Schattenarbeit.
Bevor man überhaupt an Rituale herangeht, zumindest aber, wenn man merkt, dass einem dabei nicht wohl ist, sollte man deshalb m. E. erst einmal herausfinden, warum das so ist und an sich selbst arbeiten. Eben die berühmte Schattenarbeit, die im Grunde nicht anderes ist, als beinharte Selbstanalyse.
Sonst stolpert man nämlich früher oder später über seine "wunden Punkte" und das tut man mit Sicherheit, ob man nun vorher schon Probleme hat oder eben nicht, und das kann, wie beschrieben, äußerst unangenehm werden.
Ich denke deshalb, wir sollten hier einmal im Folgenden generell über dieses Thema diskutieren und so Strategien und Herangehensweisen erörtern, wie man an seine Schatten ( im Jungschen Kontext) herangeht und was man dabei beachten sollte.
